Programm 2022

 

Nähe und Distanz

Perspektiven auf eine Gesellschaft im Ausnahmezustand

Ausstellungsprogramm 2022

Im dritten Jahr der Corona-Pandemie widmet sich der Kunstraum hase29 der Erfahrung von Nähe und Distanz, die zu einer Grundbefindlichkeit der Gesellschaft im Ausnahmezustand geworden ist. Inwiefern bestimmen gesellschaftliche Verhaltenskodexe und Normen das Verhältnis von Nähe und Distanz im Alltag? Wo werden Grenzen zum Wohle oder Nachteil des Einzelnen und der Gesellschaftnur angedeutet oder gar übertreten?

Die Ausstellungsreihe stellt Dialoge zwischen Werken her, die unterschiedliche Erfahrungsebenen von Nähe und Distanz erfahrbar machen. Dabei bietet jede einzelne Ausstellung ungewohnte Einblicke aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema. Das Publikum ist eingeladen, durch aktive oder beobachtende Teilhabe die vielschichtigen Dimensionen von Nähe und Distanz oder auch von Exklusion und Inklusion zu erkunden.

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Auch Kunst produziert Distanzen der eigenen Art. Sie mutet uns Beobachtungen zu, die unsere soziale Wirklichkeit und deren AkteurInnen in ihren jeweiligen visuellen Kontexten und Bildern neu befragen. Hierdurch werden gleichsam alternative Räume geschaffen, die das Publikum als kritische Nähe, als Kommentare zu relevanten Gegenwartsproblemen lesen kann. Kunst wird auf diese Weise zu einer Größe, die unserem Umgang mit den sozialen und ästhetischen Verhältnissen neu und ungewohnt miteinander in Beziehung setzt.

Insofern kommt der Kunst gerade in dieser, durch die Pandemie geprägten Zeit, eine besondere Rolle zu, da sie wie kaum ein anderes Medium die Verhältnismäßigkeit von Nähe und Distanz – so beispielsweise auch durch das Verhältnis zwischen Werk und Betrachter – ausloten kann, um neue Wahrnehmungsebenen zu erschließen und Tabuzonen zugänglich zu machen.

 

See Me – Touch Me

25.2.2022 – 8.4.2022,

Pieter Bogers, Guillaume Bruère,  Josephine Garbe, Benedikt Hipp

 

Thematisiert werden ambivalente psychische wie physische Zustände zwischen Anziehung und Abstoßung, Verführung, Voyeurismus und obsessiver Überwachung.

Eröffnung Freitag, 25. Februar 17 – 21 Uhr

EMAF

20.4.2022 – 25.4.2022

Medie Campus

 

I AM Milli

7.5.2022 – 16.7.2022

kuratiert von Natasha A. Kelly

Mit Werken von

Sonia E. Barrett, Nathalie Angeuzomo Mba Bikoro, Zari Harat, Nadu Hormann, Ingrid Mwangi Hutter, Belinda Kazeem-Kaminski, Natasha A. Kelly, Magda Korsinski, Maseho, Patricia Vester

 

 

bankleer

15.7.2022 – 08.10.2022

 

Ausstellung und skulpturale Performance des Kunstduos bankleer im Kunstraum hase29
26.8. – 8.10.2022

Freitag,  26.8.2022 ab 19 Uhr (Eröffnung)

Sonntag, 28.8.2022 um 11.30 Uhr (Matinee)

Samstag, 3.9.2022 ab 18 Uhr (Kulturnacht) auch im Stadtraum

 

schrittweise.

Aufbrechen, gehen, spazieren, flanieren, lustwandeln, umherziehen, schweifen, wandern, laufen, vielleicht ankommen

kuratiert von Ann-Katrin Günzel

17.10.2022 – 19.11.2022

 

Mit dem ästhetischen Ausdrucksmittel des Gehens experimentiert die in Düsseldorf lebende Tänzerin und Choreografin Daniela Georgieva im Kunstraum hase29, den sie als Aktionsfeld nutzt, um den eigenen Körper und das Selbst zur unmittelbaren Umgebung und zu den anderen in Beziehung zu setzen.

Performance „blank memory ob absence“ von Daniela Georgieva Freitag, 21.10.2022, 19 – 20 Uhr sowie Samstag, 22.10.2022, 16 – 17 Uhr und 19 – 20 Uhr (Kartenvorbestellung: mail@hase29.de)

Mit Werken der Düsseldorfer Künstlerin Anett Frontzek

 

Voll Nichts

02.12.2022 – 28.1.2023

Im Rahmen unserer Projektreihe „Nähe und Distanz“ wird diese Gruppenausstellung am Ende des Jahres 2022 auch einen thematischen Schlusspunkt setzen, indem sie die Präsenz der Abwesenheit thematisiert.

In ganz unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen wird vor allem die körperliche Abwesenheit aufgegriffen, die sich als Leere oder als ein Fehlen manifestieren kann, wenn der Mensch nicht mehr – oder zumindest nicht mehr in seiner gewohnten Gestalt – im Raum verortet ist. Zumeist sind dann trotzdem noch Spuren seiner Anwesenheit vorhanden, denn Nähe kann auch wahrnehmbar sein, wenn der Körper nicht mehr sichtbar ist. In den meisten der Werke ist genau diese Präsenz der Leere erkennbar, die Werke sind voll mit „Nichts“: Nähe und Distanz, Körperlichkeit und Körperlosigkeit treffen hier zusammen.

 

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