asap – we must hurry to slow down

28. August – 31. Oktober 2021 Eröffnung: Freitag, 27.8.2021 17 – 22 Uhr

Ausstellung mit

Douglas Coupland, Oliver Gather, Mischa Kuball, Warren Neidich, Dan Perjovschi, Stefan Rohrer, Sebastian Schmieg, Matthias Surges, Johanna Terhechte, Su Yu Hsin und Stefanie Zoche

Kuratiert von Ann-Katrin Günzel
Team hase29: Michael Kröger (Kurator), Elisabeth Lumme (Direktion und Projektkoordination) und Lena Wolters (Volontärin)

Der Kunstverein hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V. zeigt vom 28.8.-31.10.2021 die von der Kunstwissenschaftlerin Ann-Katrin Günzel kuratierte Ausstellung „asap. We must hurry to slow down…“, die auf dem von ihr herausgegebenen Kunstforum international „post-futuristisch“ (Bd. 267/Mai 2020) basiert und sich dem Thema Geschwindigkeit und den Auswirkungen unserer beschleunigten Lebensrealität widmet. Die teilnehmenden Künstler*innen reflektieren dabei in ganz unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen den Zustand der Erschöpfung und die Zerstörung, die aus dem Wachstumsimperativ und dem permanenten Effizienzstreben unseres Alltags resultieren und zunehmend in gesellschaftlichen Widerstand münden.

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Proteste gegen ein einseitig am linearen Fortschritt orientiertes, kapitalistisches System, das rücksichtslos soziale und ökologische Ressourcen ausbeutet, werden bereits seit Jahren laut, wobei es aktuell vor allem die junge Generation ist, die auf die Straßen geht und die Ignoranz der Verantwortlichen gegenüber der Klimakatastrophe, sozialer Ungerechtigkeit und dem sichtbaren Ende der Ressourcen anprangert. Obwohl das „Anthropozän“ bereits um das Jahr 2000 von Eugene Stoermer und Paul Crutzen ausgerufen wurde, ist erst jüngst, vor allem mit dem Auftreten Greta Thunbergs und der Fridays-for-Future-Bewegung, der Protest laut und vor allem in unserem Alltag sichtbar gemacht worden, um deutlich zu machen, dass es so nicht weitergeht. Erhöhung der CO2-Werte, Versiegelung der natürlichen Böden, Überfischung der Meere und das Artensterben sind die dystopischen Folgen einer Fortschrittslogik, deren Selbstzweck in einer ungebremsten Wachstumseuphorie liegt, welche in Wirklichkeit schon längst einer umfassenden Erschöpfung Platz gemacht hat. Das betrifft die brisante Erschöpfung der natürlichen Ressourcen ebenso wie die physische und psychische Erschöpfung der Gesellschaft. Wettbewerb und Effizienzstreben im Sinne einer zerstörerischen Selbstökonomisierung und Zwänge, sich dem schier atemberaubenden Tempo einer scheinbar linear verlaufenden Entwicklung zu unterwerfen, werden in der künstlerischen Wahrnehmung fokussiert und gebrochen. Sie gelangen als Momentaufnahmen, aber auch als neue Bilder und Möglichkeiten in unser Blickfeld. Zahlreiche widerständige Praktiken und Verfahren zielen dabei in der Kunst darauf ab, sich der ständigen Beschleunigung zu entziehen oder ihr etwas entgegenzusetzen, indem über Protest, Verweigerung, Überzeichnung oder Kritik eine gegensätzliche Logik aufgezeigt wird.  (A.-K.G.)

Abbildung: Dan Perjovschi (2020)

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