Widerstand – Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen
Künstler:innen: Homa Emami, Parastou Forouhar, Nazanin Noori, Anahita Razmi
in Kooperation mit dem Morgenland Festival Osnabrück
Ausstellungslaufzeit: 08.05.2026-01.08.2026
Ausstellungseröffnung am Freitag, 08.05.2026, ab 19 Uhr – Eintritt frei!
Begrüßung: Elisabeth Lumme (1. Vorsitzende Kunstraum hase29) und Shabnam Parvaresh (Leitung Morgenland Festival Osnabrück) / Einführung: Jasmina Janoschka
Die Ausstellung „Widerstand – Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen“ im Kunstraum hase29 präsentiert vier Künstler:innen mit biografischen Bezügen zum Iran, deren Arbeiten unterschiedliche, oft ambivalente Formen von Widerstand verhandeln: Homa Emami, Parastou Forouhar, Nazanin Noori, Anahita Razmi.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Repressionen, der systematischen Einschränkung von Freiheitsrechten und der darauf reagierenden Protestbewegungen im Iran erhalten verschiedene Formen des (individuellen) Widerstands besondere Dringlichkeit.
Im Zentrum der Ausstellung steht daher die Frage, wie Formen des Widerstands als künstlerische Praxis erfahrbar werden können – sei es durch Mittel der Aneignung, Subversion, Sichtbarmachung oder durch das Arbeiten mit Fragmenten und Brüchen. Die gezeigten Werke öffnen Räume, in denen gesellschaftliche, politische und persönliche Konfliktlinien sinnlich und vielschichtig erfahrbar werden. Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Transformation treten dabei in ein Spannungsfeld zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Geschichte.
Die besonderen Perspektiven der Künstlerinnen in der iranischen Diaspora werden nicht als Defizit wahrgenommen, wenn es darum geht, auf Lebensbedingungen im Iran künstlerisch zu reagieren. Vielmehr bietet die Diaspora einen produktiven Zwischenraum für die freie künstlerische Auseinandersetzung mit Formen des Widerstands in der repressiven Gesellschaft. Solche Kunst macht Vielfalt und Qualität zivilgesellschaftlicher Reaktionen sichtbar, subtile Codes, die in der repressiven Gesellschaft subversive Kräfte freisetzen können.
Der Ausstellungstitel „Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen“ wird zur programmatischen Metapher: Er verweist sowohl auf die kaum wahrnehmbaren Verschiebungen im Alltäglichen als auch auf jene tiefgreifenden, teils gewaltvollen Momente, in denen bestehende Ordnungen ins Wanken geraten. Widerstand zeigt sich hier nicht ausschließlich im lauten Aufbegehren, sondern ebenso in den feinen Rissen, die bestehende Narrative infrage stellen und neue Denk- und Möglichkeitsräume eröffnen.
Motiv: Parastou Forouhar, I Surrender, seit 2006, Foto: Presentation of the awardees of Villa Massimo, Martin-Gropius-Bau, Berlin, 2007
Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Morgenland Festival Osnabrück statt.

Öffnungszeiten
Mi / Do / Fr 14 – 18 Uhr
Sa 11 – 15 Uhr
Mo, Sonn- und Feiertage geschlossen.
Eintritt frei!
Veranstaltungsprogramm
Öffentliche Ausstellungsführungen
Öffentliche Ausstellungsführungen
Termine
Sa 09.05. 11.30 Uhr
So 10.05. 14 Uhr
Sa 30.05. 11.30 Uhr
So 31.05. 14 Uhr
Sa 13.06. 11.30 Uhr
So 14.06. 14 Uhr
Sa 27.06. 11.30 Uhr
So 28.06. 14 Uhr
ohne Anmeldung, Teilnahme auf Spendenbasis
Externer Veranstaltungshinweis: Podiumsdiskussion zur Menschenrechtslage im Iran – Mo, 18.05.2026, 19 Uhr / Aula der Universität im Schloss Osnabrück
Externer Veranstaltungshinweis:
Podiumsdiskussion zur Menschenrechtslage im Iran
Veranstalter: Stadt Osnabrück, Deutsche Stiftung Friedensforschung, Menschenrechtsorganisation Hawar.help, Center for the Study of Conflict & Peace (CeCoP) der Universität Osnabrück
Montag, 18.05.2026, 19 Uhr – Aula der Universität im Schloss Osnabrück
Im Rahmen Patenschaft der Stadt Osnabrück für die inhaftierte iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsaktivistin Golrokh Iraee findet am 18. Mai 2026 um 19 Uhr in der Aula der Universität im Schloss Osnabrück eine Podiumsdiskussion zum Thema „Die aktuelle Entwicklung im Iran und die Herausforderungen für die Menschenrechtsarbeit“ statt.
Im Mittelpunkt des Abends stehen die aktuelle Situation der iranischen Zivilbevölkerung, mögliche politische Handlungsoptionen Deutschlands und der EU zur Verbesserung der Menschenrechtslage sowie Unterstützungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft und Opposition im Iran. Auch die Rolle der iranischen Diaspora und die Auswirkungen aktueller Konflikte auf die Menschenrechtslage werden thematisiert.
Diskutieren werden:
- Dr. Lars Castellucci, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe
- Mariam Claren von der Menschenrechtsorganisation Háwar Help
- Diba Mirzaei vom GIGA-Institut für Nahost-Studien in Hamburg.
Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Ulrich Schneckener (CeCoP, Universität Osnabrück).
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, in der Aula stehen jedoch nur eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung.
Lesung „Dinosaurierkind“ (2025) mit Maryam Aras – Mi, 20.05.2026, 19 Uhr
Lesung „Dinosaurierkind“ (2025) mit Maryam Aras
in Kooperation mit dem Literaturbüro Westniedersachsen
Mittwoch, 20.05.2026, 19 Uhr – Kunstraum hase29
Während eines Filmabends entdeckt Maryam Aras ihren Vater auf der Kinoleinwand. Bei einer Protestveranstaltung gegen den Shahbesuch 1967 in Berlin sitzt er zwischen anderen Studierenden auf dem Boden. Für sie ist es der Beginn einer Spurensuche – nach ihrer Kindheit in der iranischen Diaspora in Köln, der Gewissheit, dass ihr Vater nicht nach Iran reisen kann, der Geschichte seiner und ihrer Politisierung.
In diesem literarischen Essay schreibt Maryam Aras die politische Biographie ihres Vaters, zieht Erzähllinien zwischen dem Staatsstreich 1953 in Iran, einer transnationalen 1968er-Bewegung, dem Kölner Arbeiterviertel Mülheim und einer Familiengeschichte, in der der Luxus, unpolitisch durchs Leben zu gehen, nie existiert hat. Indem der Text gelöschte Geschichte sowohl der iranischen Diaspora als auch der deutschen Historiographie beleuchtet, ermöglicht Dinosaurierkind ein multiperspektivisches Verstehen unserer politischen Gegenwart.
Maryam Aras wurde 1982 in Köln geboren, wo sie Islamwissenschaften, Anglistik und Politologie studiert hat. Sie schreibt Literaturkritik, Essays und Wissenschaftliches und befasst sich aus machtkritischer Perspektive mit Rezeptionsmustern im deutschsprachigen Feuilleton, feministischer persischsprachiger Literatur und postkolonialen Analysen deutscher Iran-Bilder. Für Dinosaurierkind hat sie ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW erhalten. 2025 wurde sie mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.
Büchertisch: Buchhandlung zur Heide
ohne Anmeldung, Teilnahme auf Spendenbasis
Künstlerinnengespräch mit Parastou Forouhar – Di, 09.06.2026, 19 Uhr
Künstlerinnengespräch mit Parastou Forouhar
Dienstag, 09.06.2026, 19 Uhr
Konzert mit Ava Rasti – Fr, 12.06.2026, 19 Uhr
Konzert mit Ava Rasti
Freitag, 12.06.2026, 19 Uhr
Ava Rasti ist eine im Iran geborene Künstlerin, die in der Hauptstadt Teheran lebt und arbeitet. Als Pianistin und Bassgitarristin gründete sie bereits in ihren späten Teenagerjahren in Teheran eine Post-Punk-Girlgroup. Seit 2020 ist Rasti solistisch tätig und erforscht in ihrer Musik die Schnittstellen von Ambient, moderner Klassik und Drone. Ihr ausgeprägtes Interesse am Geschichtenerzählen führte sie zudem zur Komposition von Filmmusik, darunter die Soundtracks zu „The Great Yawn of History“ und „1001 Frames“, der im Rahmen der Berlinale präsentiert wurde. Nach einer Reihe klanglich weiterentwickelter Singles veröffentlichte sie die Alben „Ginestra“ und „The Living Room“ in Eigenregie. Inzwischen hat das postklassische Label 130701 von FatCat Records ihr neuestes Werk „The River“ unter Vertrag genommen.
ohne Anmeldung, Teilnahme auf Spendenbasis
Filmvorführung „My Stolen Planet“ – Di, 16.06.2026, 19 Uhr / Lagerhalle Osnabrück
Filmvorführung „My Stolen Planet“ (2024) von Farahnaz Sharifi (Regie, Buch)
in Kooperation mit dem European Media Art Festival
Dienstag, 16.06.2026, 19 Uhr / Lagerhalle Osnabrück
Mit freundlicher Unterstützung