Be Absolutely Concrete – Drawing Worlds

22. Juni – 3. August 2019

Ausstellung

Werke
Die Ausstellung „Be Absolutely Concrete“ präsentiert Werke des internationalen Künstlerkollektivs The Drawing Collective, ergänzt durch ausgewählte Arbeiten aus dem Open Call von hase29.

 

24 + 7 internationale Künstlerinnen und Künstler beziehen sich in ihrer Arbeit auf die Formensprache des Konstruktivismus und der konkreten Kunst. Neue Ausdrucksformen im Spiegel der Gegenwart eröffnen ein breites Spektrum, von reduzierten Bleistiftzeichnungen über Tusche und Kohle, Radiernadel, Kugelschreiber, komplex-räumlichen Liniengebilden bis hin zu farbintensiven Bildfindungen. Die Ausstellung offenbart Bezugnahmen auf das reduzierte Bauhaus Formenvokabular, ebenso wie auf den in Osnabrück geborenen Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart mit seinen geometrisch-abstrakten Kompositionen.

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Be absolutley concrete. Welten zeichnen

Zeichnen beinhaltet unter anderem eine allgemeine Aktivität, die von Wirklichkeit abstrahiert: der/die Zeichner*in teilt die Welt auf dem Papier durch wenige Linien, Striche und farbige Elemente in eine fiktive und sichtbare Welt einer Komposition – aber immer auch in die nicht gezeichneten weiß gebliebenen Zwischenräume. Eine Zeichnung entsteht in unserem Bewusstsein so durch die wenigen konstruierten Linien, die eine bestimmte Ordnung bilden und die vielen möglichen Beziehungen, die der/die Betrachter*in als eine eigene Welt hinzudenken kann. Bei fast allen Künstler*innen der Drawing Collection, einer internationalen Künstlervereinigung, die im Wesentlichen digital miteinander kommuniziert, ist diese konkrete Bestimmung des Zeichnens zutreffend. Der Titel der Ausstellung ist eine Anspielung eines sehr bekannten Dictums der Moderne: der französische Dichter Arthur Rimbaud prägte im 19. Jahrhundert die Formel Il faut être absolument moderne (1873) – eine Aufforderung an sich selbst, den Geist der jeweiligen Gegenwart so modern, geistesgegenwärtig und zeitgenössisch wie möglich zu formulieren. Gleichzeitig kann man in dieser Ausstellung auch Zeichnungen von Künstler*innen entdecken, die weniger konstruktiv als vielmehr explorativ arbeiten, die also Bewegungsspuren des Zeichens, das Produzieren einer Zeichnung in ihrer Prozessualität oder die Grenzen des Mediums Zeichnung erkunden.

Zeichnen heißt teilen (in Sichtbares/Unsichtbares) aber immer auch sich selbst mitteilen. Im Versuch, das, was ich in einer Zeichnung sehe, wie eine Welt im Kleinen zu begreifen, bin ich auf Sprache angewiesen. Ich kann, ausgehend vom konkret Gesehenen, etwas Neues assoziieren, das über die reine Zeichnung hinausreicht. In den mikroskopischen Kritzelzeichnungen von Michael Perlberg und Anton Brüll verlieren wir beispielsweise leicht die Orientierung während viele der aus farbigen Linien und Flächen bestehenden Arbeiten der Drawing Collection wie Diagramme und visuelle Anordnungen aussehen, die uns auf abstrakt-konkrete Weise etwas davon erzählen, wie wir uns mit unseren eigenen Augen auf einer Bildfläche bewegen. Was ich zeichne und zeichnend imaginiere, wird als Zeichnung konkret – und vergrößert die Spielräume im Umgang mit unserer gemeinsamen Welt.

 Michael Kröger

Teilnehmende Künstler*Innen

The Drawing Collective:
Christine Boiry
Anne Brochot
Liz Davidson
Elena Dombrovska
Ellen Golden
Munira Naqui
Michael Perlbach
Barbara Halnan
Daniel G. Hill
Jeff Kellar
Erdem Kükükköroglu
Emma Langridge
Danielle Lescot
Jean-Luc Manguin
Marilyn Chapin Massey
Frank Mauceri
Marion Piper
Tineke Porck
Grieteke Roosma
Diane Scott
Jamel Sghaier
Bogumila Strojna
Truong Thanh

hase29-Auswah l Selection:
Oliver Bekiersz
Anton Bröll
Caro Enax
Frank Gillich
Manfred Heinze
Nora Hüsemann
Julia Lia Walter

Kurator*Innen

Jamel Sghaier
Elisabeth Lumme
Heike Höcherl
Michael Kröger

 

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